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jüdische Tradition

 


Die Grabmale auf jüdischen Friedhöfen sind in der Regel so angelegt, dass die, im Gegensatz zu nichtjüdischen Toten hinter dem Grabmal bestatteten, Verstorbenen in Richtung Jerusalem liegen. Die jüdischen Grabmale sind fast durchweg steinern. Vor allem bis ins 19. Jahrhundert wurde bei der Herstellung von den Steinmetzen zumeist Sandstein verwendet.

Typisch für die Form jüdischer Grabmale war bis ins 19. Jahrhundert die weitgehende Beachtung der religiös-gesellschaftlich begründeten Vorstellung der Egalität aller im Tode vereinten Menschen. Auch sollen Grabsteine im jüdischen Selbstverständnis die Vergänglichkeit symbolisieren. Dementsprechend sind jüdische Friedhöfe jener Zeit durch ein Gleichmaß von bescheiden großen, etwa 1,5 Meter hohen, schmalen Grabsteinen geprägt. Hochpolierte Steine finden sich selten; dagegen häufig im Zustand der Zersetzung befindliche, manchmal bewusst schief stehende Steine. Auch werden Grab und Grabmal bewusst dem Überwachsen durch Pflanzenbewuchs ausgesetzt. 

Im 19. Jahrhundert veränderte sich im Zusammenhang mit Emanzipations- und Assimilierungstendenzen das Bild der jüdischen Friedhofskultur in Mitteleuropa erheblich. Es wurde üblich, dass Juden ihre Grabmale in der Form den allgemein gängigen Moden entsprechend gestalteten. Seitdem wurden verschieden große Grabsteine verwendet und bei wohlhabenden jüdischen Familien dem Trend der Epoche folgend sogar regelrechte Mausoleen. Allerdings finden sich auf jüdischen Gräbern die im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ansonsten sehr beliebten Vollplastiken fast nie. Es wurde zunehmend Granit, Zementguss und Marmor verarbeitet.

Nicht in der Form, aber in der Symbolik und den Inschriften, unterscheidet sich das jüdische Grabmal („Mazevot“) der letzen 200 Jahre erheblich von nichtjüdischen Gegenstücken. 
Neben Namen, Vaternamen und Lebensdaten finden sich auf den Grabsteinen häufig Symbole der jüdischen Religion und Kultur. Charakteristisch ist die Platzierung: Nicht nur auf der Vorderseite, sondern auch auf der Steinrückseite werden Schrift und Zeichen angebracht. Dabei werden in der Regel sowohl hebräische (auf der Vorderseite) wie die in der jeweiligen Landessprache gebräuchlichen Buchstaben (auf der Rückseite) verwendet. 

Einige Symbole, wie die segnenden Hände des Priestergeschlechts der Kohanim („Kohen, Cohen, Cohn“) oder die Levitenkanne der einst für den Tempeldienst zuständigen Familien vom Stamm Levi, stellen auf Abstammung oder ehrenamtliche Tätigkeiten des Verstorbenen ab. Ein Buch wird oft bei Rabbinern und anderen Gelehrten auf dem Grabmal eingemeißelt. Bestimmte Tiere, wie Löwe oder Hirschwild, stehen für Familienamen, wie Jehuda oder Hirsch. Ebenso wie Blumen oder Hauszeichen. 

Neben jüdischen Symbolen, wie den häufig verwendeten Davidsternen sowie den seltener gezeigten Leuchtern oder Bundestafeln, sind jüdische Grabmale häufig auch mit reinen Schmuckornamenten oder auch mit nichtjüdischen Symbolen, wie die Waage für Juristen, geschmückt.